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Trump und Asien

Auswirkungen auf China und andere Staaten

Die Handelsbeziehungen der USA mit den wichtigsten asiatischen Nationen sind seit Jahren von einer Mischung aus wirtschaftlicher Verflechtung und strategischer Rivalität geprägt. Zölle spielen dabei eine zentrale Rolle, denn sie dienen den USA nicht nur als wirtschaftliches Schutzinstrument, sondern zunehmend auch als geopolitisches Druckmittel. Besonders deutlich wird dies im Verhältnis zu China, dem mit Abstand größten asiatischen Handelspartner. Seit dem Handelskonflikt ab 2018 belegen die USA chinesische Waren im Wert von mehreren Hundert Milliarden Dollar mit Strafzöllen, vor allem auf Elektronik, Maschinen, Stahl und Konsumgüter. China reagierte mit Gegenzöllen auf US‑Agrarprodukte, Energie und Industrieerzeugnisse. Diese Zollspirale hat Lieferketten verschoben, Produktionskosten erhöht und das Verhältnis dauerhaft belastet. Trotz der Spannungen bleibt China jedoch ein unverzichtbarer Bestandteil des amerikanischen Importmarktes.

Auch gegenüber Japan setzen die USA Zölle gezielt ein, wenn auch deutlich selektiver. Die amerikanische Regierung drohte mehrfach mit höheren Zöllen auf japanische Autos – ein Kernsektor der japanischen Wirtschaft. Diese Drohungen führten zu Verhandlungen, in denen Japan Zugeständnisse bei Agrarimporten machte. Gleichzeitig bestehen weiterhin Zölle auf bestimmte Stahl- und Aluminiumprodukte, die Japan als ungerechtfertigt kritisiert. Dennoch bleibt das Verhältnis insgesamt stabil, da beide Länder wirtschaftlich eng verflochten und sicherheitspolitisch verbündet sind.

Mit Südkorea verbindet die USA ein Freihandelsabkommen (KORUS FTA), das viele Zölle abgebaut hat. Dennoch kam es zu Konflikten, als die USA Sonderzölle auf Stahlimporte einführten. Südkorea erreichte zwar Ausnahmeregelungen, musste aber Exportquoten akzeptieren. Trotz solcher Reibungen gilt die wirtschaftliche Partnerschaft als robust, insbesondere im Bereich Hightech und Halbleiter.

Indien wiederum ist ein Sonderfall: Das Land erhebt traditionell hohe Importzölle, um seine eigene Industrie zu schützen. Die USA kritisieren diese Politik regelmäßig und haben ihrerseits Zölle auf indische Stahl- und Aluminiumprodukte eingeführt. Indien reagierte mit Gegenzöllen auf US‑Agrarprodukte. Gleichzeitig bemühen sich beide Länder, die Spannungen zu begrenzen, da sie sich geopolitisch annähern und wirtschaftlich voneinander profitieren.

Vietnam schließlich hat stark vom amerikanisch‑chinesischen Zollkonflikt profitiert. Viele Unternehmen verlagerten ihre Produktion nach Vietnam, um US‑Zölle auf chinesische Waren zu umgehen. Die USA beobachten diese Entwicklung kritisch und werfen Vietnam gelegentlich Währungsmanipulation oder Zollumgehung vor. Dennoch bleiben die Zölle vergleichsweise niedrig, was Vietnam zu einem attraktiven Handelspartner macht.

Insgesamt zeigt sich, dass Zölle für die USA ein strategisches Werkzeug sind, um wirtschaftliche Interessen durchzusetzen und geopolitische Ziele zu verfolgen.

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